Banana Island

Unser Nachwuchs aus 2025 hat ja schon von  unseren Tagen auf Banana Island und Nova Africa berichtet. Aber sicher gibt es auch noch manchen Eindruck vom Rest der Familie.

Meine Couch

Wir sind dankbar, dass wir den Urlaub antreten konnten, da bis kurz vorher nicht klar war, ob wir das Auto nutzen können – bzw. ob es rechtzeitig repariert ist.

Am Sonntag funktionierte das Auto einwandfrei. Wir kamen aus dem Gottesdienst ohne Probleme – hurra! So machten wir uns am Montag auf den Weg nach Kent. Dort gäbe es einen Parkplatz, der gesichert wird. Wir werden zur Anlegestelle runter ans Meer geleitet, um dort auf das Boot zur Überfahrt zu steigen.

Alle waren wir aufgeregt, hatten wir noch nicht so gemacht. Schon im ersten Jahr wurde uns von Banana Island erzählt. Uns wurde sehr empfohlen, dass wir dort mal Urlaub machen sollten. Nun wollten wir es versuchen, bevor unsere Zeit hier endet. Für zwei Übernachtungen hatten wir gebucht und bezahlt. „Dalton Guest House“ hieß eines der beiden Ressorts, die es für Gäste auf der Insel gibt.

Banana Island ist eine Inselkette, die in der Länge zusammenhängt und man durchwandern kann. Allerdings gibt es die letzte der vier Inseln nicht mehr. Der Raubbau von Holz und Sand hat das Fundament für diesen Abschnitt genommen – blubb blubb.

Banana Island mit Tourguide Grandpa David

Die beiden Ressorts sind eher rustikal und schlicht – Strom nur im Hauptgebäude – keine Ventilatoren (weil kein Strom) – allerdings Betten mit Moskitonetz und manche der Zimmer hatten auch eigene Nasszellen – für die restlichen gab es das Gemeinschaftserlebnis. Wir wollten dann doch lieber alles Dringliche im Zimmer haben.

In Kent angekommen wurden wir zum Parkplatz gelotst und versichert, dass wir das Auto so wiedersehen werden, weil es bewacht wird – Kosten ca. 15 Euro für die Tage. Dann wurde für uns das Gepäck runter zur „Anlegestelle“ getragen, auch dafür durften wir etwas Appreciation geben und schließlich hing dort am Strand noch eine Box des Landeigentümers, dem wir auch unsere Dankbarkeit mit etwas Trinkgeld zeigen sollten. Tourismusindustrie auf Sierra Leonisch.

Die Menschen sind arm. Sie leben überwiegend vom Fischfang. Wenn dann ein paar „Reiche“ kommen, um auf die Insel überzusetzen, profitieren sie als Anwohner eben auch davon. Das ist ja auch alles richtig – es kommt nur etwas holterdiepolter. Wer ein bisserl Struktur und Klarheit liebt, fühlt sich ob des Systems dann etwas überfahren.

Als das Boot eintrudelte, wurden die Koffer eingeladen – dann kletterten die Passagiere ins Boot. Ralf half freundlicherweise unserem Hund ins Boot – zu groß die Aufregung und der Satz, den er hätte machen müssen.

Herrlich

Die Überfahrt war toll – eine frische Brise – das Meer relativ ruhig und die Landschaft – Festland im Rücken – Insel voraus – beschaulich.

Bei Dalton Island gab es einen Steg zum entladen und aussteigen. Alles klappte, nur Pinsel war die ganze Angelegenheit zu vage. Er wollte nicht aus dem Boot und auch nicht den zugegebenermaßen schmalen Steg, der in Abständen Holzbohlen zum Laufen anbot, beschreiten. So nahm ihn Ralf auf die Arme und trug ihn über die Schwelle.

Dann war für ihn alles super – er liebt den Strand und das Wasser und mit der Familie zusammen da rumzuliegen ist einfach gigantisch.

Daytona Guest House

Erstaunt stellten wir fest, dass sämtliche anderen Gäste Deutsche waren! Wir waren vier Parteien, alle unabhängig voneinander. Und allesamt deutsch! Da treffen wir das ganze Jahr kaum mal einen Deutschsprachigen – aber hier war dann gleich eine Familie – ein Ehepaar und eine Einzelperson – das war ungewöhnlich. Da kam sogar Ralf schon vor dem ersten Kaffee ins muntere Quatschen – wer ihn kennt, weiß, wie ungewöhnlich das ist!

Wir genossen ansonsten die Ruhe. Keine laute Musik, keine lärmenden Nachbarn, die sich anbrüllen, als würden sie sich gleich an die Gurgel gehen. Kein Gehupe, überhaupt kein Verkehr. Nur Vögel, Ziegen und Meeresbrandung – herrlich! Das Liegen am Strand und die kühle Brise. Da es eine Insel vom Meer umgeben ist, ist die Brise nochmal kühler als am Festland – sehr angenehm.

Dalton Guest House ist eine kleine und einfache Anlage, die von einem Griechen betrieben wird. Neben dem Liegen am Strand und Bar-Restaurant-Betrieb bieten sie überwiegend Aktivitäten an. Schnorcheln, Tauchen, Fischen, Bootstouren, Luftkissenfahrt, Surfen etc. sowie Ausflüge zu anderen Inseln (Turtle Island) und eine Dschungeltour über die Insel.

Wir sind ja nur zwei Nächte da und haben uns für Erholung, Entspannung und die Dschungeltour entschieden. Wir wurden von Grandpa David geführt – durften erstmal sein Haus und Garten bewundern. Er versorgt sich selber und all das hat er über die Jahre mit Hanfanbau finanziert. Auf eine Kostprobe haben wir doch glatt verzichtet.

Wir waren voller Energie und Vorfreude auf den Dschungelwalk und so ging es dann auch los. Es ist schon beeindruckend, eine andere Fauna und Flora und die vielen unterschiedlichen Geräusche zu erleben. Unser Ziel war, die Insel längs zu durchwandern, bis zu einer „Brücke“, die zur nächsten Insel übergeht. Da wollten wir dann entscheiden, ob wir weitergehen oder umkehren.

Im Laufe der Zeit wurde deutlich, dass unsere Kondition ob der langen Zeit mit wenig Bewegung sowie das tropische Klima uns japsen ließen. Wir spielten mehrmals mit dem Gedanken, doch schon gleich umzukehren. Schließlich muss ja noch alles zurückgegangen werden!

Wir sind gleich bei der „Brücke“, meinte Grandpa David, nicht mehr weit! Direkt hinter dem Hügel. Was aber tatsächlich noch gute 40 Minuten dauerte.

Die Brücke entpuppte sich als kleiner Steindamm, der völlig zugemüllt war. Sämtliche Abfälle aus dem Meer schwemmen hier an – was für eine Tragik – was für eine schmutzige Schifffahrt. Dabei handelt es sich nicht um die Fischer oder Hiesigen, sondern  internationale Seefahrt.

Der Ausblick allerdings abseits davon war beeindruckend. Nach etwas Wasserpause für jeden von uns ging es an den Rückweg.

Wir mussten öfter mal ein Päuschen einlegen, denn wir waren echt fertig und völlig dankbar, als wir wieder im Resort ankamen. Nun schnell Badesachen an – ins Wasser hüpfen und den Rest des Tages auf der Liege im Schatten verbringen.

Die Zeit auf Banana Island war toll – auch wenn es manche Einschränkungen gibt, die überlegenswert sind. Die Beherbergung ist wirklich rustikal – „basic“. Man schläft gefühlt fast draußen. Aber es war ziemlich sauber für hiesige Verhältnisse.

Für Menschen, die viel Aktion benötigen, ist es auf jeden Fall eine gute Möglichkeit bei all den Angeboten. Die Ruhe am Strand ist auch absolut erholsam.

Am dritten Tag ging es morgens nach dem Frühstück wieder zurück zum Festland. Alles war gepackt, wurde aufs Boot getragen und auch Pinsel wollte lieber wieder diesen Service wahrnehmen.

Die Überfahrt war grandios. Am Strand wurden wir willkommen geheißen – das Gepäck zum Auto getragen – welches tatsächlich noch vorhanden war. Dafür durften und wollten wir auch noch etwas Dankbarkeit zeigen! Uns tun 10 Euro nicht weh. Hier bedeuten sie eine große Hilfe!

Von Kent fuhren wir ein Stück zurück auf das Resort von „Nova Africa“. Das kennen wir nun seit zwei Jahren. Wir sind gerne hier, wenn wir es schaffen. Ein kleiner Compound direkt am Meer – eingezäunt – herrlicher Blick – wunderbares Essen und Ruhe. Nun ja, es ist Festival Season, von daher war uns klar, das Resort ist ausgebucht und wir nicht alleine.

Die andere Partie war diesmal eine libanesische Großfamilie, die aber für das, was wir sonst kennen, relativ ruhig war. Wir konnten die zwei Übernachtungen sehr gut verbringen.

Frisch auf den Tisch

Das waren in vier Jahren unsere ersten fünf Tage Urlaub – ohne Verpflichtungen. Vier Übernachtungen gemeinsam als Familie abseits vom Campus – welch ein Luxus! Einheimische könnten sich das kaum leisten. Wir merken dennoch mit allem, das ist uns zu wenig – aber irgendwie klappt es leider nicht anders. Wenn Christina ansonsten frei hat, muss Nathanael in die Schule. Und umgekehrt. Von daher sind wir dankbar, dass wir zumindest diese Tage hatten, bevor es wieder in den …. „gewohnten Alltag“ zurückging.

Der Strand von Kent bei „Nova Africa“