Und was kommt dann?

Kaum waren wir zum dritten Term in Sierra Leone gelandet, als schon die ersten Fragen kamen, ob wir dann wirklich nur noch ein Jahr hier bleiben?!

„Ihr habt ja bald nur noch ein Jahr und dann geht ihr wieder zurück!?“

Aussensungsgottesdienst 2022 Christusgemeinde Siegburg

In den letzten Wochen und Monaten kam das immer häufiger vor. Der Tenor war generell eher Traurigkeit und Sorge. Ihr habt so viel gegeben, was sollen wir ohne euch tun? Ihr gehört hier her, wir brauchen euch!

Natürlich geht es in erster Linie immer um finanzielle Versorgung – aber eben auch um Anteilnahme, Gebet und Begegnungen auf Augenhöhe – Interesse am Einzelnen.

Christina erlebt in diesem Jahr erstaunlich häufig Wertschätzung von Seiten der Leitung – ob am T.E.C.T. oder in der BCSL – das sind neue Töne und berühren uns merkwürdig, weil es plötzlich so ganz anders ist als in den vergangenen beiden Jahren. Es ist schön und wird dankbar angenommen, aber Fragen tauchen dennoch auf?!

BCSL Baptist College Lunsar

Ja, unsere Zeit wird hier voraussichtlich 2026 zu Ende gehen. Auch wir beginnen darüber nachzudenken – zu reden und zu beten. Wo soll es hingehen – als was? Wo wird Nathanael seinen weiteren Weg fortsetzen? Wird es weiter Schule sein oder eine Ausbildung – welche Richtung?

Helgoland

Werden wir als Pastoren in eine Gemeinde gehen – wohin – in welche? Wir haben uns verändert – passen wir überhaupt noch irgendwo hinein? Wenn Gemeinde, kann es dann so sein, dass dort vor Ort auch Nathanael alles weitere machen kann? Oder bedeutet das eine räumliche Trennung von unserem Sohn?

Was sagt Gott zu und in alledem? Wo will er uns haben? Wo sieht er uns?

Für zwei von uns ist klar, die Zeit hier endet nach vier Jahren. So ist das auch für die dritte in Ordnung – obwohl sie hier eine Berufung lebt, welche sie zutiefst erfüllt. Gleichzeitig ist die Arbeit enorm kräftezehrend. Wer weiß, ob sie das auf Dauer schaffen würde? Für die Familie hat es gereicht, vier Jahre mitzugehen, aber für länger reicht es so nicht. Was also danach?

Wir beten und sind gespannt, wie Gott alles Stück um Stück zusammenfügen wird.

Und ja, wir sind auch traurig, was wir hier zurücklassen. Die Menschen, Familien und deren Geschichten sind uns ans Herz gewachsen. Es wird nicht leicht sein loszulassen. Mit manchen wird der Kontakt gewiss weitergehen. Bis dahin aber wollen wir helfen und Not begegnen – gerade jetzt kommen wieder etliche Fragen nach Essen. Studenten – Familien – Menschen auf und Abseits des Campus. Wir werden wohl noch mal ein „Überbrückungspaket“ schnüren und da lassen. Wie es eben so geht.

Aber eines ist gewiss: Der uns ins Leben gerufen hat, wird uns auch ans Ziel bringen (Phil 1,6) – und da wird es ein Wiedersehen, Freude und Gerechtigkeit geben!

P.S.: Wir würden gerne wieder gebrauchte Handys – Laptops und Ipads nach Sierra Leone mitnehmen. Wer also solche hat und sie gerne sinnvoll spenden möchte, der lasse uns diese zukommen – vielen Dank – eine großartige Hilfe hier!